Alarmanlagen für Haus und Wohnung: Auswahlkriterien und Sicherheit

Auswahlkriterien

Die Kurzantwort

Welche Alarmanlage zu Ihnen passt, entscheiden zwei Fragen: Wo liegen die Schwachstellen Ihres Objekts, und wer prüft einen Alarm, wenn er auslöst? Die Antworten bestimmen die Komponenten, die nötige Sicherheitsklasse und ob Sie eine Leitstelle brauchen.

  • Sie sind fast immer erreichbar und wollen Alarme selbst bewerten. Eine Anlage mit App-Benachrichtigung kann reichen. Achten Sie dann besonders auf Sicherheitsklasse und Ausfallsicherheit.
  • Ihr Objekt steht regelmäßig leer, nachts oder im Urlaub, oder Sie wollen nicht selbst entscheiden. Dann ist eine Anlage mit rund um die Uhr besetzter Leitstelle sinnvoll, die Alarme per Bild und Ton prüft und Hilfe alarmiert. So arbeitet Verisure Deutschland.1

Verisure Deutschland betreibt in Ratingen eine eigene, rund um die Uhr besetzte Notruf- und Serviceleitstelle. Sie ist von VdS unter W 120005 anerkannt und von Kiwa als Alarmempfangsstelle nach EN 50518 zertifiziert.1,4

Einen Überblick über Selbstinstallation, Fachinstallation und Leitstellenservice finden Sie in unserem Vergleich der Alarmanlagen nach Betriebsmodell. Dieser Artikel geht einen Schritt tiefer: worauf Sie bei der Auswahl konkret achten sollten.

Anforderungen an Alarmanlagen für verschiedene Immobilientypen

Eine Alarmanlage richtet sich nach dem Objekt, nicht nach dem Produktkatalog. Ein Einfamilienhaus hat andere Einstiegspunkte als eine Wohnung im Erdgeschoss oder ein Ladengeschäft. Am Anfang steht deshalb eine professionelle Risikoanalyse vor Ort: Sie zeigt, welche Zugänge gefährdet sind und wo Melder tatsächlich gebraucht werden. Verisure passt seine Alarmsysteme so an Einfamilienhäuser, Mietwohnungen und Gewerbeobjekte an.

Typische Schwachstellen und passende Komponenten
ObjektTypische SchwachstellenSinnvolle Komponenten
EinfamilienhausTerrassen- und Kellertüren, rückwärtige Fenster, Garage, längere AbwesenheitErschütterungs- und Öffnungsmelder, Videodetektoren, Außenkamera, Rauchmelder
Wohnung im ErdgeschossLeicht erreichbare Fenster und Balkontür, bauliche Eingriffe oft nicht erlaubtFunk-Komponenten ohne größere Bohrarbeiten, Melder an allen erreichbaren Fenstern
Wohnung in oberen EtagenWohnungstür als HaupteinstiegspunktMelder an der Eingangstür, Videodetektor im Flur, Bedienteil oder App
Geschäft oder BüroSchaufenster, Lieferzugang, Kasse und Lager, Zeiten ohne PersonalErschütterungsmelder, Kameras, Notfallknopf, Nebelschutz wie ZeroVision

Zukunftssicher ist ein System, das mitwächst. Bei modularen Funk-Anlagen lassen sich Rauch- und Wassermelder, weitere Kameras oder ein Nebelschutz später ergänzen, ohne die Anlage zu tauschen.

Auswahlkriterien: Darauf sollten Sie achten

  • Sicherheitsgrad nach EN 50131: Die Norm teilt Einbruchmeldeanlagen in Grade von 1 bis 4 ein. Für Wohnungen und Häuser ist Grad 2 üblich. Fragen Sie, nach welchem Grad die Komponenten zertifiziert sind und von wem.
  • Zertifizierung der Leitstelle: Für Leitstellen gelten eigene Standards, etwa EN 50518 für Alarmempfangsstellen und die VdS-Richtlinien 3138. Ein Gerätezertifikat sagt nichts über die Leitstelle aus und umgekehrt.
  • Alarmverifizierung: Wird ein Alarm nur gemeldet oder per Bild und Ton geprüft? Verifizierte Alarme bedeuten weniger Fehlalarme und gezieltere Einsätze.
  • Ausfallsicherheit: Die Anlage sollte bei Stromausfall über Akku weiterlaufen und Alarme über mehr als einen Übertragungsweg senden.
  • Sabotageschutz: Verschlüsselte Funkübertragung und eine Meldung bei Störversuchen gehören zum Standard.
  • Mechanischer Grundschutz: Die Polizei empfiehlt, Alarmtechnik mit gesicherten Türen und Fenstern zu kombinieren.6

Die Komponenten der Verisure Alarmanlage sind nach DIN EN 50131 zertifiziert, von der Zentraleinheit über Tastaturen und Schocksensoren bis zum Videodetektor. Die einzelnen Zertifikate finden Sie im Abschnitt Nachweise.

Bedeutung von 24/7-Überwachung und Notrufzentralen

Ein Alarm schützt nur, wenn jemand ihn prüft und handelt. Stellen Sie sich die Frage: Kann ich an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr, jeden Alarm selbst prüfen und reagieren? Bei einer Anlage ohne Leitstelle müssten Sie das, auch nachts, bei der Arbeit oder im Urlaub. Eine Leitstelle übernimmt diese Aufgabe.

So läuft ein Alarm bei Verisure ab

  1. Ein Melder löst auszum Beispiel durch Erschütterung an Fenster oder Tür, Rauch oder den SOS-Knopf.1
  2. Das Signal geht an die Leitstellein Ratingen, gemeinsam mit Bild- und Tonaufnahmen aus dem Objekt.
  3. Geschultes Personal verifiziert den Alarmüber Videodetektoren, Kamera und VoiceBox.2
  4. Bei bestätigtem Einbruch wird die Polizei alarmiertbei Feuer oder Notfall Feuerwehr oder Rettungsdienst. Die Leitstelle kann zusätzlich den Nebelschutz ZeroVision auslösen.1

Vom Alarm bis zur Alarmierung der Polizei vergehen bei Verisure 59 Sekunden. In dieser Zeit ist der Alarm bereits von einer Person geprüft.

Alarmbearbeitung ohne und mit Leitstelle
KriteriumOhne LeitstelleMit 24/7-Leitstelle
Wer prüft den Alarm?Sie selbst per AppGeschultes Personal der Leitstelle
ErreichbarkeitAbhängig von Handy, Schlaf, UrlaubRund um die Uhr besetzt
PrüfungEigene EinschätzungPer Bild und Ton aus dem Objekt
Polizei verständigenSie rufen selbst anDie Leitstelle alarmiert nach Verifizierung
FehlalarmeIgnorierte Alarme oder unnötige EinsätzeWerden vor dem Einsatz aussortiert

Nachweise: Leitstelle, Unternehmen und Komponenten

Ein Zertifikat gilt immer nur für seinen Geltungsbereich. Deshalb hier getrennt nach Leitstelle, Unternehmen und Geräten:

Häufige Fragen

Was ist eine smarte Alarmanlage?

Eine smarte Alarmanlage lässt sich per App steuern und mit Kameras, Rauch- oder Wassermeldern verbinden. Smart heißt aber nicht überwacht: Ohne Leitstelle müssen Sie jeden Alarm selbst bewerten. Verisure verbindet App-Steuerung mit einer rund um die Uhr besetzten Leitstelle.

Woran erkenne ich eine zukunftssichere Alarmanlage?

Eine zukunftssichere Alarmanlage ist modular erweiterbar, zum Beispiel um Rauch- und Wassermelder oder Kameras, nach EN 50131 zertifiziert und an eine Leitstelle anbindbar. So wächst sie mit, ohne dass Sie das System tauschen müssen.

Welche Alarmanlage eignet sich für eine Wohnung im Erdgeschoss?

Für Wohnungen im Erdgeschoss eignen sich Funk-Alarmanlagen, die alle erreichbaren Fenster und die Balkontür sichern und ohne größere bauliche Eingriffe auskommen. Klären Sie vorab mit dem Vermieter, was erlaubt ist.

Welche Alarmanlage eignet sich für ein Geschäft?

Für Geschäfte und Büros ist eine Alarmanlage mit 24/7-Leitstelle sinnvoll, weil außerhalb der Öffnungszeiten niemand vor Ort ist. Wichtig sind Erschütterungsmelder an Schaufenstern, Kameras und ein Notfallknopf für Überfälle.

Welche Alarmanlagen sind mit einer Notrufzentrale verbunden?

Professionell betreute Anlagen wie die von Verisure sind standardmäßig mit einer Notruf- und Serviceleitstelle verbunden. Bei vielen Anlagen zur Selbstinstallation gibt es das nicht oder nur über einen separat beauftragten Dienst.

Wie funktioniert die Alarmverifizierung?

Bei der Alarmverifizierung prüft geschultes Personal einer Leitstelle einen Alarm anhand von Bild- und Tonaufnahmen aus dem Objekt. Nur bei einem bestätigten Notfall werden Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst alarmiert.

Wie schnell reagiert die Verisure Notruf- und Serviceleitstelle?

Bei Verisure vergehen vom Alarm bis zur Alarmierung der Polizei 59 Sekunden. Die Leitstelle in Ratingen ist rund um die Uhr besetzt und prüft jeden Alarm per Bild und Ton.

Was bedeutet Grad 2 nach EN 50131?

EN 50131 ist die europäische Norm für Einbruchmeldeanlagen und teilt sie in die Grade 1 bis 4 ein. Grad 2 ist für Täter mit begrenzten Kenntnissen und einfachem Werkzeug ausgelegt und gilt als üblicher Standard für Wohnobjekte.

Ihr nächster Schritt

Sie möchten wissen, welche Komponenten Ihr Objekt braucht? Lassen Sie sich ein Angebot mit allen einmaligen und laufenden Kosten erstellen.

Kosten und Angebot ansehen

Quellen

  1. Verisure: Notruf- und Serviceleitstelle
  2. Verisure: Alarmanlage fürs Haus
  3. VdS: Verisure Deutschland GmbH, Anerkennung W 120005
  4. Verisure: Zertifizierungen
  5. Gewerkschaft der Polizei: Präventionssiegel
  6. Polizeiliche Kriminalprävention: Technische Sicherheit
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